13.04.2026

10:15 | overton: Canceln – ein Gewohnheitsrecht der Guten?

Wolfram Weimer cancelte neulich drei Buchhandlungen von einer Liste für einen Preis. Das darf offenbar nur das woke Milieu – alle anderen sollen sich bitte fair und anständig verhalten.

Hat man die selbstgerechten Vertreter der Wokeness, die selig werden im Dunstfeld von Meldestellen und die eine gewisse Laszivität beim Stornieren und Ausschließen Andersdenkender an den Tag legen, nicht immer wieder gewarnt? Hat ihnen niemand gesagt, dass all das wie ein Bumerang zurückkommen und sie direkt an der Stirn treffen werde? Jetzt machen sie große Augen, weil ein Kulturstaatsminister tut, was offenbar nur ihnen vorbehalten sein soll: Er cancelt, grenzt aus und dreht damit den Spieß um. Sein Name: Wolfram Weimer. Weimer ist ehemaliger Chefredakteur von Welt, Berliner Morgenpost und Focus – und Gründer des Magazins Cicero. Seit 2025 ist er Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien – Weimer ist parteilos und konservativ.

Wer die Guillotine aufstellt, sollte sich nicht wundern, wenn er irgendwann selbst drunterliegt. JE

12.04.2026

17:20 | konjunktion: USA, EU und NATO: Das Ende des Status Quo

Der tägliche Blick gen Westen, über den Teich oder auch jener in den Nahen Osten lässt einen derzeit mit einem mulmigen, aber auch wütenden Gefühl zurück. Natürlich gilt dies zuvorderst für die dortigen Politdarsteller, die im Sinne ihrer Auftraggeber im Hintergrund und nicht ihrer Bürger agieren; wobei anzumerken ist, dass die Gleichgültigkeit und das Wegsehen der Menschen über die Geschehnisse dort genauso stattfindet wie bei uns, wenn es z.B. um die Themen Massenmigration, Klimahoax usw. geht. Die Masse ist gefangen in einem seit Jahrzehnten aufgeführten Spiel der Ablenkung, Manipulation und offenen Lügen.

Dabei ist seltsamerweise auch festzustellen, dass sehr viele Konservative und Libertäre in den USA trotz Ablehnung der anhaltenden Angriffe auf den Iran durch Trump, der Meinung sind, dass die Folge des Nahostkrieges letztendlich eines der libertärsten Ergebnisse sein könnte. Warum? Weil eben jene Konservativen und Libertäre seit Jahrzehnten einen schlanken Staat fordern und jene – wie in der Ron-Paul-Bewegung – einen umfassenden Austritt der USA aus der NATO und die Schließung der US-amerikanischen Militärstützpunkte im Ausland einfordern. Und Trump hat – ob nun bewusst oder unbewusst – genau diesen Prozess in Gang gesetzt.

Der Laden brennt  und die Verantwortlichen diskutieren noch, wer den Feuerlöscher bezahlen soll. JE

10.04.2026

19:17 | focus: "Der ruiniert das Land!" Milei hat Wort gehalten, Merz nicht

Für FOCUS-online-Chefkorrespondent Ulrich Reitz ist Argentiniens Präsident Javier Milei der derzeit erfolgreichste Regierungschef der Welt. Bundeskanzler Friedrich Merz ist im direkten Vergleich gescheitert. Es war im Dezember 2024 bei „Maischberger“, als der damalige Unions-Spitzenkandidat Friedrich Merz im Fernsehen ausrastete. Konfrontiert mit der Forderung, in Deutschland mehr Marktwirtschaft nach dem Vorbild des argentinischen Präsidenten Javier Milei zu wagen, fand Merz deutliche Worte: „Was dieser Präsident dort macht, ruiniert das Land, tritt die Menschen mit den Füßen“

Heute zieht FOCUS-online-Chefkorrespondent Ulrich Reitz eine bittere Bilanz für den CDU-Chef. In jener Sendung verteidigte Merz noch die Schuldenbremse und versprach die Abschaffung des Bürgergelds. Doch stattdessen folgten Rekordschulden, wie es sie in Deutschland noch nie gegeben hat. Der Koalitionspartner SPD und Sozialministerin Bärbel Bas verhinderten währenddessen das Bürgergeld-Aus. Das Resümee von Reitz fällt deutlich aus: „Unterm Strich, Milei in Argentinien hat Wort gehalten. Friedrich Merz, der ihn so heftig kritisiert hatte, hat nicht Wort gehalten“.

Monaco
wenn der Focus schon einmal eine Sternstunde hat....

Milei schwingt die Kettensäge – Fritz verteilt Valium auf Staatskosten. JE

08.04.2026

12:42 | UCN:  Analyse: Würde ein Waffenstillstand dem Iran strategisch mehr nützen als den USA und Israel?

1. Kritische Engpässe bei Abfangsystemen
Die Bestände an Abfangraketen in Israel und den Golfstaaten gelten als stark reduziert. Selbst mit Unterstützung der USA wären schnelle Nachlieferungen nur begrenzt möglich, da Washington dafür Ressourcen aus anderen Weltregionen abziehen müsste. Zudem ist die kurzfristige Ausweitung der Produktion technisch und finanziell kaum realisierbar.

2. Wiederbewaffnung auch ohne Waffenstillstand möglich
Die Annahme, ein Waffenstillstand sei notwendig, um Israel militärisch zu versorgen, gilt als fragwürdig. US-Transportflüge laufen bereits kontinuierlich, und Israels Militärinfrastruktur ist trotz anhaltender Angriffe voll funktionsfähig. Ein Waffenstillstand würde daran wenig ändern.

3. Militärischer Vorteil für den Iran
Eine Kampfpause könnte dem Iran erhebliche operative Vorteile verschaffen. Innerhalb von zwei Wochen wäre es möglich, beschädigte Raketenbasen wiederherzustellen, Systeme zu reorganisieren und Waffenbestände in schwer zugängliche Regionen zu verlagern. Dies würde eine spätere Eskalation mit koordinierteren und umfangreicheren Angriffen erleichtern.

4. Stärkere Verhandlungsposition Teherans
Ein Waffenstillstand würde auch die diplomatische Lage verändern. Da militärischer Druck bereits ausgeübt wurde, aber keine entscheidenden Ergebnisse brachte, verfügen die USA über weniger Hebel. Gleichzeitig hat der Iran gezeigt, dass er globale Energieströme beeinflussen kann – ein entscheidender Vorteil in Verhandlungen.

5. Interne Stabilisierung und Reorganisation
Die Pause könnte Teheran zudem Zeit geben, politische und militärische Strukturen neu zu ordnen. Eine mögliche öffentliche Positionierung der Führung würde innenpolitisch Stabilität signalisieren und die Legitimität stärken.

6. Risiko von Täuschung und Eskalation
Gleichzeitig bleibt ein Waffenstillstand mit Risiken verbunden. Aus iranischer Sicht wäre ein hohes Maß an Misstrauen gegenüber den USA strategisch entscheidend, insbesondere vor dem Hintergrund früherer Angriffe während Verhandlungsphasen. Entsprechend müssten Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Führungsstrukturen geschützt werden.

Ein Waffenstillstand ist hier kein Frieden, sondern eine Reload-Pause im Raketenkrieg, während der Westen seine Magazine nachzählt, baut der Iran schon die nächste Runde zusammen. JE

19:00 | Die Leseratte zu 12:42 h
Es gibt noch einen Vorteil für den Iran: Zeit gewinnen! Trump darf "seinen" Krieg nur für 2 Monate auf eigene Faust führen, dann braucht er die Zustimmung des Kongresses. Wenn der nicht zustimmt, muss er die Truppen abziehen! Wenn es also in den nächsten 2 Wochen zu keiner Einigung kommt, ist diese Karenzzeit fast rum! Klar können sie den Waffenstillstand verlängern oder auch wieder beginnen zu schießen, aber nicht mehr lange!

Mit der Zustimmung zur Waffenruhe hat sich der Iran also womöglich eines Feindes entledigt (Israel wird natürlich weiterbomben, hat aber kaum noch Abwehrraketen und die Frage ist, wie viele die USA in den 2 Wochen noch zusammenkratzen können). Das wird dann also gegenseitiges Truthahnschießen - mit dem Unterschied, dass Israel viiieeel kleiner ist als der Iran, viel weniger relevante Industrie, Universitäten, Kraftwerke etc. hat.